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Advent mit Kindern – die Staade Zeit

Advent mit Kindern – die „staade Zeit“ bewusst genießen

Wenn die Tage kürzer werden, die ersten Schneeflocken fallen und der Duft von Plätzchen durchs Haus zieht, beginnt sie wieder – die staade Zeit. Der Advent ist für viele Familien die schönste Zeit des Jahres. Und doch: Gerade mit Kindern kann diese besinnliche Adventszeit schnell hektisch werden. Zwischen Schulveranstaltungen, Weihnachtsfeiern und Geschenkejagd bleibt oft wenig Raum für Ruhe und Achtsamkeit.

Dabei steckt im Advent so viel Magie – besonders, wenn man lernt, ihn bewusst und entschleunigt zu erleben.

Was „staade Zeit“ wirklich bedeutet

„Staad“ – das ist ein altes bayerisches und österreichisches Wort für „still“. Die staade Zeit ist also die stille Zeit: eine Phase des Wartens, der Vorfreude und des Ankommens.

Kinder spüren diese besondere Atmosphäre ganz intuitiv. Wenn draußen Lichter leuchten, Kerzen flackern und vertraute Lieder erklingen, fühlen sie: Jetzt ist etwas anders. Jetzt beginnt die Zeit, in der Familie, Wärme und Geborgenheit zählen.

Doch damit Kinder diese Stimmung wirklich erleben können, müssen wir Erwachsenen ihnen und uns selbst Raum für Ruhe schenken.

Kleine Rituale für einen besinnlichen Advent mit Kindern

1. Adventssonntage bewusst feiern

Jeden Sonntag eine Kerze am Adventskranz anzünden – das ist mehr als nur Tradition. Es ist ein Moment des Innehaltens. Vielleicht lesen sie gemeinsam in der Familie eine kleine Weihnachtsgeschichte,  singen Adventslieder, trinken Tee und essen Weihnachtskekserl dazu. So entsteht Woche für Woche ein Stück „staade Zeit“.

2. Adventskalender mit Herz

Ein Adventskalender muss nicht immer voller Schokolade sein. Warum nicht kleine Botschaften, Aufgaben oder gemeinsame Erlebnisse hineinpacken?
Zum Beispiel:

  • „Heute backen wir Plätzchen“
  • „Heute basteln wir Sterne fürs Fenster“
  • „Heute erzählen wir uns, was wir aneinander besonders mögen“
  • „Heute machen wir einen gemeinsamen Spaziergang“
  • „Gutschein fürs Schneemannbauen, sobald der Schnee kommt“

So wird der Adventskalender zu einem echten Familienritual – liebevoll, kreativ und ganz persönlich.

3. Weihnachtsgeschichten und Märchenstunden

Kinder lieben Geschichten – besonders, wenn sie im Kerzenschein erzählt werden. Ob Klassiker wie „Der Nussknacker“ oder neue Wintermärchen: Solche Momente schaffen Nähe und lassen uns die Hektik des Alltags vergessen.

4. Zeit statt Zeug schenken

Kinder brauchen keine teuren Geschenke, sondern gemeinsame Erinnerungen. Ein Spaziergang im verschneiten Wald, ein Spieleabend bei Kerzenlicht oder gemeinsames Basteln – das sind Erlebnisse, die in Erinnerung bleiben.

So gelingt die Entschleunigung in der Adventszeit

Die besinnliche Adventszeit gelingt nicht von selbst – man muss sie sich bewusst schaffen. Hier ein paar Tipps für Familien:

  • Weniger ist mehr: Lieber wenige, feste Rituale statt ständigen Aktionismus.
  • Gemeinsam genießen: Kekserl backen, nicht weil man „muss“, sondern weil es Freude macht.
  • Freie Tage blocken: Ein Wochenende ohne Termine ist oft das schönste Geschenk.
  • Über Wünsche sprechen: Was bedeutet Advent für jedes Familienmitglied? Welche Rituale möchten alle beibehalten?

Wenn wir das Tempo drosseln, spüren Kinder sofort: Jetzt ist Zeit füreinander.


Der Advent mit Kindern ist eine Einladung, das Wesentliche zu sehen: Liebe, Nähe und kleine Momente der Freude.
Es braucht keine Perfektion, kein makelloses Weihnachtsfoto und keinen übervollen Geschenketisch.

Die staade Zeit lebt von leisen Momenten – vom Lachen beim gemeinsamen Backen, vom Flackern der Kerzen und von diesem warmen Gefühl, das sagt: Wir sind beieinander und gehörren zusammen. Und das ist genug.

Tipp für deinen Familienalltag:
Zünden Sie jeden Abend eine kleine Kerze an und nennen gemeinsam drei Dinge, für die Sie alle dankbar sind.
Eine winzige Routine, welche die Adventszeit in etwas wirklich Besonderes verwandelt und schon mit sehr jungen Kindern gut durchführbar ist.

Ich wünsche Ihnen allen eine staade, besinnliche Zeit und eine friedvolle Zeit mit Ihren Familien!

Systemische Biografiearbeit für Erwachsene und Jugendliche: Die Geschichte der Familie verstehen und Heilung fördern

Der Blick in die Familienbiografie in der Systemischen Beratung ist nicht nur für Erwachsene, sondern auch für Jugendliche hilfreich, um einen Blick auf die eigenen Wurzeln zu werfen und mehr Verständnis für die eigene Situation und wenn gewollt Veränderung zu erreichen.

Der Weg durch die Jugend hinein ins Erwachsenenalter ist geprägt von Veränderungen, Herausforderungen und Fragen nach der eigenen Identität. In der Systemischen Therapie und Beratung spielt dabei die Familienbiografie eine wichtige Rolle, um die Hintergründe und Zusammenhänge zu verstehen, die unser Verhalten, unsere Gefühle und Reaktionen auf Situationen beeinflussen.

Was genau bedeutet Arbeit mit der Familienbiografie?
Die Familienbiografie umfasst die Lebensgeschichte der Familie, ihre Erfahrungen, Werte, Traditionen und auch belastende Ereignisse, die über Generationen hinweg weitergegeben wurden. Sie erzählt die Geschichte der Eltern, Großeltern und anderer Bezugspersonen und zeigt, wie diese Geschichten das aktuelle Familienleben prägen.

Warum ist die Familienbiografie in der Systemischen Therapie und Beratung so wichtig?
Das Verständnis der Familienbiografie hilft, Muster, Verhaltensweisen und Überzeugungen zu erkennen, die sich in unserem Verhalten widerspiegeln. Oft sind Konflikte, Ängste oder Verhaltensauffälligkeiten nicht nur individuelle Themen, sondern auch das Ergebnis familiärer Dynamiken und historischer Erfahrungen.

Die Beschäftigung mit der Familiengeschichte kann Erwachsene wie auch für Jugendliche sehr befreiend sein. Sie lässt erkennen, dass bestimmte Verhaltensweisen oder Gefühle ihren Ursprung in ihrer Herkunft haben, was widerrum das Selbstverständnis stärkt. Das schafft Verständnis für die eigenen Gefühle, die eigenen Verhaltensänderungen und für vorhandene familiäre Muster. Dadurch können eigene Wege gefunden werden, um Konflikte zu lösen, neue Verhaltensweisen zu entwickeln und bisher unbekannte Wege zu gehen.

Wie wird Familienbiografie in der Systemischen Therapie genutzt?
In der Praxis kann die Arbeit mit der Familienbiografie auf verschiedene Weisen erfolgen:

  • Erzählungen und Gespräche: Beim Erzählen der eigenen Familiengeschichte und Beantwortung systemischer Fragen werden wichtige Ereignisse, Werte und Überzeugungen reflektiert.
  • Stammbaumarbeit: Das Erstellen eines Familienstammbaums hilft, familiäre Verbindungen und Muster sichtbar zu machen.
  • Symbolische Arbeiten: Manchmal werden Bilder, Gegenstände oder Geschichten genutzt, um Familienmuster zu visualisieren und zu verstehen.
  • Aufarbeitung belastender Ereignisse: Traumatische oder belastende Erfahrungen können gemeinsam bearbeitet werden, um Heilung und Verständnis zu fördern

Die Familienbiografie ist ein wertvolles Werkzeug und ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen des eigenen Lebens. Sie fördert ein tieferes Verständnis für sich selbst und die eigenen Wurzeln, was zu oft zu mehr Klarheit, Akzeptanz und Heilung führen kann.  Damit schafft Biographiearbeit eine wichtige Grundlage für Veränderung für die Neubewertung von belastenden Familiengeschichten und hilft eigene Ressourcen neu zu entdecken, die für die aktuelle Lebenssituation hilfreich sind.

Wenn Sie mehr darüber erfahren möchtest, wie die Arbeit mit Familienbiografien in der Systemischen Therapie aussehen kann, stehe ich Ihnen gern für Fragen oder einer Beratung zur Verfügung!

Systemische Einzeltherapie: Glaubenssätze erkennen, aufbrechen und neu gestalten

Heute möchte ich Ihnen einen kurzen Einblick in die Welt der Systemischen Einzeltherapie geben, insbesondere in das Thema Glaubenssätze erkennen– warum sie so mächtig sind, wie sie uns manchmal im Weg stehen und wie wir sie transformieren können.

Glaubenssätze erkennen – was genau ist systemische Einzeltherapie?

Die systemische Einzeltherapie ist ein Ansatz, der den Menschen im Kontext seiner Beziehungen, Familien und sozialen Umfelder betrachtet. Dabei geht es nicht nur um einzelne Probleme, sondern um die Wechselwirkungen, die Muster, Werte und Glaubenssätze erkennen, die unser Denken, Fühlen und Handeln prägen.

Was genau sind Glaubenssätze und warum sind sie so machtvoll?

Unsere inneren Überzeugungen und Werte beeinflussen unser Leben maßgeblich. Oft sind sie uns gar nicht bewusst, doch sie steuern unser Verhalten. Die Systemische Therapie kann helfen, diese Glaubenssätze zu erkennen, zu hinterfragen und gegebenenfalls aufzulösen. Das Ziel ist, alte Denkmuster zu durchbrechen und Raum für neue, positive Überzeugungen zu schaffen.

Glaubenssätze sind tief verwurzelte Überzeugungen, die wir im Laufe unseres Lebens entwickeln. Sie entstehen durch Erziehung und durch unsere familiären Vorbilder sowie durch Erfahrungen, Kultur und unsere soziale Umwelt. Oft sind sie unbewusst und wirken wie eine Linse, durch die wir die Welt sehen. Sie beeinflussen, wie wir uns selbst und andere sehen und wie wir unsere Möglichkeiten wahrnehmen und im Alltag umsetzen.

Unsere Glaubensätze steuern unsere Gefühle, unser Verhalten und die Art wie wir unsere Entscheidungen treffen. Ein positiver Glaubenssatz kann uns stärken, während ein limitierender Glaubenssatz uns einschränken und blockieren kann.

Glaubenssätze erkennen – In welchen Lebensbereichen können Glaubenssätze hinderlich sein?

Beziehungen:
Limitierende Überzeugungen wie „Ich bin nicht liebenswert“ oder „Alle Männer/Frauen sind unzuverlässig“ können zu Schwierigkeiten in Partnerschaften oder Freundschaften führen. Sie verhindern Nähe, Vertrauen und offene Kommunikation.

Beruf und Karriere:
Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich darf keine Fehler machen“ können den beruflichen Erfolg blockieren. Sie hemmen Mut, Innovation und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen.

Selbstwert und Selbstvertrauen:
Überzeugungen wie „Ich bin nicht klug genug“ oder „Ich schaffe das sowieso nicht“ schränken das Selbstvertrauen ein und verhindern damit, seine eigenen Fähigkeiten voll auszuschöpfen.

Gesundheit und Wohlbefinden:
Glaubenssätze wie „Ich bin es nicht wert, mich um mich selbst zu kümmern“ können dazu führen, dass eigene Bedürfnisse vernachlässigt werden und man sich selbst vernachlässigt und sozial ausgrenzt.

Lebensgestaltung und Ziele:                                                                                            Zu glauben „Das ist sowieso unmöglich“ oder „Ich bin zu alt, um noch etwas zu verändern“, kann einem davon abhalten, neue Ziele zu verfolgen oder Veränderungen anzugehen.

Wie werden Glaubenssätze in der Systemischen Therapie aufgebrochen und neu formuliert?

In der systemischen Einzeltherapie arbeiten wir gemeinsam daran, diese limitierenden Überzeugungen zu erkennen. Wir hinterfragen, woher sie kommen, ob sie noch hilfreich sind und wie sie Ihren Alltag bis heute beeinflussen. Die systemische Therapie bietet hierfür verschiedene Ansätze und Methoden, um deine Glaubenssätze zu identifizieren und zu verändern.

Im ersten Schritt geht es um das Bewusstmachen und das Erkennen der bestehenden Glaubenssätze. Oft sind sie unbewusst und wirken im Hintergrund. Diese Überzeugungen gilt es zu identifizieren, in dem gemeinsam die Gedanken, Gefühle und Verhaltensmuster betrachtet und offen gemacht werden.

Nachdem wir die Glaubenssätze erkannt haben, hinterfragen und reflektieren wir, woher sie kommen und ob sie uns noch hilfreich sind. Wir schauen uns an, durch welche Erfahrungen, Familienmuster oder kulturellen Einflüsse sie unser Handeln geprägt haben. Oft sind diese Überzeugungen aus früheren Situationen entstanden, die heute nicht mehr relevant sind.

Im nächsten Schritt werden Neue Perspektiven entwickelt: In der systemischen Arbeit versuchen wir, alternative Sichtweisen zu entwickeln. Das kann durch Gespräche, Fragen oder auch durch das Einbeziehen von Familien- oder Beziehungskontexten geschehen. Ziel ist es, die Glaubenssätze aus einem neuen Blickwinkel zu sehen und ihre Gültigkeit zu hinterfragen.

Neu formulieren und verinnerlichen: sind die limitierende Glaubenssätze erkannt, werden gemeinsam neue, positive Formulierungen, die überzeugen, gefunden. Diese werden so gestaltet, dass sie zu einem passen und stärken. Durch wiederholtes Verinnerlichen, z.B. durch Affirmationen oder Visualisierungen, werden diese neuen Glaubenssätze in deinem Bewusstsein verankert.

Veränderung durch Beziehung und Kontext: Die systemische Therapie nutzt die Kraft der Beziehungen und des sozialen Umfelds. Durch das Verständnis der eigenen Familien- und Beziehungsdynamiken und das Auflösen eigener alter Muster, können sich neue, unterstützende Überzeugungen in einem selbst und im sozialen Umfeld verankern.

Somit kann Schritt für Schritt mehr Freiheit, Selbstvertrauen und innere Balance erreicht werden.

Glaubenssätze sind mächtige innere Überzeugungen, die unser Leben in vielerlei Hinsicht prägen. Sie können uns in Beziehungen, Beruf, Selbstwert und Lebensgestaltung einschränken. Doch durch bewusste Arbeit in der systemischen Einzeltherapie können diese Muster erkannt, aufgebrochen und durch positive, unterstützende Überzeugungen ersetzt werden.

Wenn Sie das Gefühl haben, dass alte Glaubenssätze Sie blockieren, und Sie sich Unterstützung bei diesem Prozess wünschen, bin ich gerne für Sie da.