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Hilfe! Alles noch normal oder schon mediensüchtig?

Der 14-jährige Leo spielt täglich mehrere Stunden online-Videospiele. Er vernachlässigt seine sozialen Kontakte, geht nicht mehr in den Fußball und auch seine Schulnoten verschlechtern sich seit einiger Zeit. Alle Bemühungen der Eltern, ihn für gemeinsame Familienaktionen zu begeistern scheitern. Wo ist die Grenze? Wie können Eltern diese frühzeitig erkennen und darauf reagieren?

Jungens sind häufiger von dem Online- Spiel verfallen, hingegen verbringen Mädchen mehr Zeit mit social media vom Bildschirm.

Kennen Sie das? Machen Sie sich Sorgen, ob das Verhalten Ihres Kindes bezüglich Medienkonsum noch „normal“ ist?

Haben Sie den Eindruck, dass Ihr Kind bezüglich Häufigkeit, Beginn, Beendigung und Dauer des Medienkonsums die Kontrolle verloren hat und dass das Spiel oder social media wichtiger als alle anderen Alltagsaktivitäten geworden sind? Macht sich Ihr Kind keine Gedanken über die möglichen Konsequenzen einer Grenzüberschreitung bezüglich seines Verhaltens und der Regeln, die Sie aufgestellt haben?

Es wird empfohlen, dass Jugendliche zwischen 12 und 16 Jahren eine eingeschränkte Mediennutzung von maximal 1-2 Stunden täglich und nur bis 21 :00 Uhr zur Verfügung haben. Vgl. Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin et al. (2023)

Eltern und ältere Geschwister müssen sich bewusst sein, dass sie sich immer in einer Vorbildhaltung befinden. Zudem ist es hilfreich, feste Regeln zu Nutzung der Medien gemeinsam zu vereinbaren und schriftlich festzuhalten. Diese werden von allen Familienmitgliedern unterschrieben und durchgesetzt. Solche Regeln können sich auf den Zeitraum und die Örtlichkeit der Nutzung beziehen, wie zum Beispiel, kein Handy beim Esstisch oder / und keine Bildschirmzeit im Schlafzimmer…

Im Alltagsleben ist es für Familien häufig anstrengend und schwierig die vereinbarten Regeln zu überprüfen und durchzusetzen. Wichtig ist es, mit dem Kind in Beziehung zu bleiben, Präsenz und Interesse zu zeigen für die Vorlieben und Bildschirmaktivitäten des Kindes und das Medium nicht zur Belohnung oder zur Bestrafung einzusetzen. Wenn Sie Unterstützung und/ oder Beratung benötigen, können Sie sich gerne bei mir melden.

Mobbing kann jeden treffen

Die Mutter einer 9-Jährigen Tochter, die Mobbing ausgesetzt war, berichtet:

„Es gab da zur gleichen Zeit verschiedene Vorfälle. In der Klasse waren es hauptsächlich die Jungs, die unserer Tochter das Pausenbrot weggenommen haben, damit gespielt und sich darüber lustig gemacht haben. Dazu wurde ihr gesagt, dass sie zum Glück Stirnfransen hat, damit man nicht ihr ganzes Gesicht sehen muss. Da gab`s einige so „kleine“ gemeine Vorfälle. Unsere Tochter hat darauf dann selbst rebellisch reagiert und sich unter der Stunde der Lehrerin widersetzt, sodass sie zur Strafe bei der Direktorin Pinnadeln sortieren musste. Sie hat dann auch noch im Unterricht die digitale Tafel ausgeschaltet. Sie wollte damit erreichen, dass die Jungs sie cool finden und sie somit ihre Ruhe hat. Die „eigentlichen“ Freundinnen von meiner Tochter haben sich mit den Jungs verbündet und dann auf dem Boden im Schulhof in sehr groß geschrieben „Ein Mann macht Pipi auf …“ und noch schön dazu gezeichnet. Andere Kinder haben das der Direktorin gemeldet. Daraufhin wurden die Kinder in die Direktion zitiert, wurden befragt, mussten sich entschuldigen und das Geschmiere wegputzen. Die Eltern der Kinder wurden nicht informiert und auch sonst gab es keine Aufarbeitung. Wir fühlten uns allein gelassen.“

Betroffene Eltern bleiben mit einem Gefühl von Hilflosigkeit, Angst und Sorge um ihr Kind, mit Machtlosigkeit, Wut, Ärger und auch Traurigkeit zurück. Gespräche mit der Schule ändern oftmals nicht viel, oder verschlechtern im schlimmsten Fall die Situation für das eigene Kind. Oftmals sind Lehrpersonen in ihrem Auftrag überlastet und haben keine Ressourcen, um soziale Aufarbeitung von anliegenden Themen adäquat aufzuarbeiten.

Was also tun? Wie kann ich mein Kind unterstützen? Ich muss es jeden Tag wieder in der Schule schicken, wohlwissend, dass es ihm dort nicht gut geht, dass ihm möglicherweise wieder neue Anfeindungen drohen. Damit geht es einem als Elternteil nicht gut und Verunsicherung und Hilflosigkeit können sich ausbreiten.

Gespräche mit der Klassenleitung, der Schulsozialarbeiter:in, der Schulpsycholog:in und der Schulleitung können zur Aufklärung beitragen. Ihr Kind muss sich in der Schule sicher fühlen.

Was also kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass mein Kind gemobbt wird?

Wichtig ist es mit dem Kind in Kontakt zu bleiben, genau hinzuhören und das Kind und seine Erzählungen ernst zu nehmen. Versuchen Sie herauszufinden, welche Situationen und Vorfälle es gab. Wann genau und wie oft kommen Übergriffe vor und von wem? Gibt es andere Kinder, denen es gleich ergeht, oder die zuschauen?

Lohnend ist es, eventuelle Verbündete in der Schule, mit denen sich ihr Kind gut versteht, zu finden. Vielleicht können diese Ihrem Kind eine Unterstützung werden. Gibt es Kinder, mit dem sich ihr Kind den Schulweg teilen kann? Signalisieren Sie Ihrem Kind auf jedem Fall, dass es nicht allein gelassen wird in seiner Situation und dass Sie sich daran beteiligen die Vorfälle aufzuklären.

Erwarten Sie von Ihrem Kind keine Dinge, die es nicht erfüllen kann, wie zum Beispiel sich zu wehren oder der Lehrperson alles zu erzählen. Wenn Sie und Ihr Kind Unterstützung und Beratung brauchen, kontaktieren Sie mich gerne auch für kurzfristig vereinbarte Terminmöglichkeiten.

Das Pony muss in den Stall

Ein 5 Jahre altes Mädchen erzählt:

Meine Mama holt mich jeden Tag nach der Arbeit von der Kita ab und dann gehen wir nach Hause. Ich darf ihr helfen, beim Aufräumen, beim Wäschewaschen, beim Staubsaugen und beim Kochen.  Nach dem Essen spielen wir zusammen. Ich möchte alles gut machen, meiner Mama und meinem Papa gefallen und sie glücklich machen. Kurz bevor ich ins Bett muss, kommt auch Papa von der Arbeit. Er ist müde und geht in seinen Hobbyraum. Mama schickt mich ins Bad zum Zähneputzen. Ich gehe nicht. Ich möchte noch spielen. Ich höre, wie Mama mir schreit, ganz oft. Dann kommt sie doch ins Zimmer und fordert mich auf, SOFORT ins Bad gehen. Ich möchte nur noch kurz spielen, nur noch das eine Pony in den Stall galoppieren. Oje, jetzt tobt sie. Ich habe übertrieben. Und Papa kommt jetzt auch ganz wütend aus seinem Hobbyraum. Er schimpft mit mir und schreit mich an, dass ich der Mama gehorchen muss. Und jetzt schreit auch noch die Mama mit dem Papa. Ich fühle mich schlecht. Ich weine. Ich habe Angst. Meine Mama und mein Papa streiten sich wegen mir und ich bin schuld, weil ich nicht sofort auf Mama gehört habe.

Was ist passiert? Wie können im Familienalltag vermeintlich harmlose Situationen zu Kampfschauplätzen werden?

Die Mutter war belastet mit ihrer Arbeit, der Erziehung, dem ganzen Familienmanagement und der Terminplanung für morgen. Sie war müde und hat sich auf den ruhigen Abend mit ihrem Mann gefreut. Der Vater kommt von einem langen Arbeitstag nach Hause und braucht eine kurze Pause für sich. Er bekommt den Streit zwischen seiner Frau und seinem Kind mit und muss jetzt eingreifen, seiner Frau zur Hilfe eilen, ihr zeigen, dass sie nicht allein ist mit der Kindererziehung. Die Mutter hätte sich jedoch Unterstützung in einer anderen Form gewünscht. Die Situation eskaliert.

Werden Paare zu Eltern, müssen sie immer wieder neue Herausforderungen meistern, sich auf kommende Situationen einstellen. Jedes Elternteil hat von Beginn an seine innersten Vorstellungen davon, was ihm wichtig ist in der Erziehung, in der Haltung und was es seinem Kind mit auf dem Weg geben möchte.

Dabei bringt jedes Elternteil aus seiner Herkunftsfamilie eigene Erfahrungen, seine eigenen Werte und Glaubenssätze mit. Diese Unterschiede können wiederkehrend zu Konflikten führen und zu einer unüberwindbaren Hürde für den Erziehungsalltag werden. Nicht zu vergessen, dass mitten im Konflikt meist das Kind steht mit seinen eigenen Gedanken und Gefühlen, die man so vielleicht nicht erwartet.

Es macht wenig Sinn im Streit eine Lösung zu finden. Vielmehr ist jedem daran gelegen, zu warten, bis sich die Gemüter wieder beruhigt haben und dann zu versuchen den Blick des Partners, der Partnerin einzunehmen, um Verständnis für sein Gegenüber zu entwickeln. Bleiben Sie bei „Ich“-Botschaften und vermitteln Sie, was Ihnen wichtig ist und wie Sie sich fühlen. Nur so kann Ihr Partner/ Ihre Partnerin Sie verstehen.

Suchen Sie Hilfe in Erziehungsfragen? Wünschen Sie sich Zeit und Raum, in dem Sie Ihre Haltung, Ihre Werte und Glaubenssätze neu erkennen, mit ihnen arbeiten und in ihren Alltag integrieren?

Möchten Sie sich wieder mehr als Einheit verstehen und Ideen entwickeln, wie man auch unterschiedliche Erziehungsstile, denn die dürfen und sollen sein, in ein harmonisches Familienleben integriert?

Nehmen Sie gerne mit mir Kontakt auf, ich freue mich Sie begleiten auf Ihrem Weg begleiten zu dürfen.